Was halten Apotheker:innen von Cannabis als Medizin?
Wie sehen Apotheker:innen Cannabis als Medizin? Erfahre Fakten, Meinungen & Erfahrungen aus der Praxis.

Zwischen Hoffnung, Hürden und Verantwortung
Seit der Gesetzesänderung im Jahr 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland auf Rezept erhältlich. Doch wie kommt das Thema bei den Menschen an, die täglich an der Schnittstelle zwischen Patient:innen und Versorgung arbeiten? Was denken Apotheker:innen über Cannabis als Medikament?
Zustimmung mit Zurückhaltung
Laut einer Apokix-Umfrage des IFH Köln unter 200 Apotheker:innen sind 51,1 % grundsätzlich für die Legalisierung von medizinischem Cannabis. Der wichtigste Grund: Der erleichterte Zugang für schwerkranke Menschen zu alternativen Therapien. Zusätzlich stellten rund 30 % der Befragten eine gestiegene Nachfrage in ihren Apotheken fest.
Wo es hakt: Verfügbarkeit & Wissen
Trotz grundsätzlicher Offenheit gaben 196 von 200 Apotheker:innen an, dass sie den Umgang mit medizinischem Cannabis als „kompliziert" empfinden. Herausforderungen sind unter anderem: Lieferengpässe bei bestimmten Sorten; unklare Preisgestaltung; häufig fehlende Informationen zur genauen Dosierung & Anwendung; Unsicherheit bei der Erstattung durch Krankenkassen.
Die Rolle der Apotheken
Apotheken tragen eine zentrale Verantwortung: Sie stehen zwischen Verordnung, Beratung und Abgabe. Viele Apotheker:innen sind offen für Cannabis als Therapieoption, fordern jedoch: mehr Schulungen und praxisnahe Informationen; digitale Tools zur Dokumentation & Bestellung; bessere Kommunikation zwischen Ärzt:innen, Kassen & Apotheken.
Fazit
Medizinisches Cannabis ist in der Apotheke angekommen – aber nicht reibungslos. Viele Apotheker:innen stehen der Therapie offen gegenüber, stoßen im Alltag aber auf strukturelle Hindernisse. Für eine sichere und ganzheitliche Versorgung braucht es: Transparenz, Information und gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.
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